ESC 2013 – Teil 6
Die letzten fünf Titel, die sich um eines der begehrten Finaltickets balgen: Große Kleinkunst aus Rumänien, Rock aus Albanien, Geschnulze aus Georgien, die Heilsarmee aus der Schweiz…und mein persönlicher Favorit aus Norwegen.
Margaret Berger – I feed you my love
Die Chancen, dass der ESC im nächsten Jahr schon wieder in skandinavischen Gefilden stattfindet, sind relativ groß. Der zweite Grund hierfür kommt aus Norwegen und heißt Margaret Berger. I feed you my love ist mit einigem Abstand mein Lieblingslied im diesjährigen Teilnehmerfeld. Eine wunderbar aufgeraspelt wabernde Elektrotapete im Hintergrund, Margarets herrlich skandinavisch angehauchte Stimme, die ein ganz klein wenig an Björk erinnert, sich überschlagende Streicher fürs “Drama, baby!”…eine Eisfee, die langsam auftaut. Ich bin begeistert, die Buchmacher sehen sie in den Top5…darf gerne mehr werden !
Adrian Lulgjuraj & Bledar Sejko – Identitet
Was Armenien nicht hinbekommen hat, präsentiert uns Albanien. Rock in Landessprache mit eingesprenkelter folkloristischer Note. Das klingt schon gleich viel authentischer. Den sensationellen fünften Platzes des Vorjahres werden Adrian Lulgjuraj & Bledar Sejko aller Voraussicht nach eher nicht wiederholen können, aber ein Finaleinzug ist für Albanien ja auch schon was…und das könnte klappen.
Nodi Tatishvili & Sophie Gelovani – Waterfall
Da versucht’s aber wer mit aller Macht. Eine einfühlsame Ballade, ein Duett, eine Komposition von Thomas G:son, der im vergangenen Jahr sowohl Loreens Siegertitel als auch Pastora Solers zehntplatzierte Ballade zu verantworten hatte…scheinbar will da jemand dringend gewinnen. Wie bei so vielen Beiträgen aus dem ferneren Osten ist das Englisch nur gewollt und nicht gekonnt, das gegenseitige Anturteln ebenso. Finaleinzug geht klar, am Ende vermutlich in den Top10…mehr ist nicht.
Takasa – You and me
The artists formerly known as Salvation Army. Als Heilsarmee durften die Damen und Herren nicht ran, also nun mit Synonym als Bandname. Einen Rekord hat die Schweiz mit diesem Auftritt bereits sicher, mit dem 95-jährigen Emil Ramsauer steht der älteste ESC-Teilnehmer aller Zeiten auf der Bühne. Der Song selbst ist recht gefällig, der Refrain wird oft genug wiederholt. Nicht chancenlos im Kampf um ein Finalticket.
Cezar – It’s my life
Ähm…ja. Das hätte Dieter Bohlen damals in den Refrains von Modern Talking nicht besser singen können, ganz im Gegenteil. Cezar präsentiert die Kunst des Kontratenors auf der großen ESC-Bühne. Das mag theoretisch ganz fürchterlich wertvoll sein, praktisch ist es (machen wir uns da mal ne Sekunde lang nichts vor) ganz fürchterlich fürchterlich. Eins ist sicher: Die Nummer bleibt hängen. Ob nur in den Ohren der Zuschauer oder auch im Halbfinale ?…ich befürchte fast ersteres.








