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Es ward Licht

Es ist schon einmal per se keine große Freude, die Leuchten in unserer Dunstabzugshaube zu wechseln. Die Fächer für die Leuchten befinden sich ganz hinten, an der Wand. Folglich muss man sich in den Raum zwischen Herd und Haube quetschen, selbiges natürlich, da einem die Augen nicht aus dem Hinterkopf starren, rücklings verdreht, nach oben schauend. Man muss ja schließlich Schrauben drehen. Voraussetzung, um diese Disziplin einigermaßen unverletzt zu überstehen, scheint mir ein Limbo-Weltmeistertitel oder zumindest eine Olympia-Teilnahme in der Rhythmischen Sportgymnastik zu sein. Unglenk unbewegliches Fußvolk wie meiner einer gewinnen höchstens im Fluchen.

Noch origineller wird die Aufgabe jedoch, wenn die bisher eingeschraubten Glühlampen ihre innere Kohäsion verloren haben und ein Drehen an der Leuchte bewirkt, dass man nach einer Sekunde das Glas der Leuchte in der Hand hält, während das metallene Gewinde noch fest verankert in der Halterung steckt. Stichwort „Fassungslosigkeit“ also, sowohl bei der Leuchte als auch bei mir. Der Vorgang, das Gewinde mittels Zange aus der Fassung zu drehen, lässt sich vorsichtig mit „der absolut letzte Scheiß hier wieder!“ umschreiben. Ich bin ehrlich gesagt selbst überrascht, dass es am Ende sogar geklappt hat. Bei beiden Leuchten. Nun verrichten sparsame LEDs ihre Aufgabe, beworben mit einer Lebensdauer von 25000 Stunden. Dies würde ein abermaliges Wechseln zur vermutlichen Lebenszeit der Küche (und vermutlich auch meiner) unnötig machen. Hoffen wir das Beste !