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Living in a Box

„Dich würdige ich keines Blickes mehr. Blöde Box!“

Heute vor zwei Jahren begab sich das kleine Wuschelpaket oben links auf große Reise, landete am Köln/Bonner Flughafen und mitten in meinem Herzen. Zu der Transportbox, in der er die Reise antrat, hat er, wie auf dem Foto wunderbar ersichtlich, seitdem ein absolutes Null-Verhältnis. Nachdem ich die Box hier im Haus auf den Boden setzte und die kleine Tür öffnete, krabbelte er heraus, pullerte gleich mal auf den Teppich und würdigte sie danach keines Blickes mehr. Ich nahm an, dass er die Box mit seiner spanischen Kuscheldecke zu Beginn vielleicht als sicheren Rückzugsraum betrachten würde, in ihr würde schlafen wollen. Denkste.

Natürlich Denkste. Wenn er hätte reden können, hätte er mir vermutlich sämtlichen Verstand abgesprochen: „Die hellste Leuchte bist du nicht, oder ? Die sperren mich auf Gran Canaria in so eine kleine Kiste, verladen mich in eine wesentlich größere, fliegende Kiste, in der es besonders laut und besonders kalt ist, holen mich wieder raus, leiten mich über ratternde Bänder, ein Kerl hebt mich auf ein rollendes Brett, legt seine Tasche oben auf meine Kiste, dann kommst du und rollst mich zu einer fahrenden Kiste, in der ich eine Stunde lang in meiner kleinen Kiste verängstigt in der Ecke liege, nicht wissend wo, wann und bei wem ich gerade bin, bevor ich durch die Gegend getragen werde und sich dann endlich die Tür öffnet. Und jetzt kommst du und meinst, ich würde da nochmal freiwillig rein. Ihr Menschen habt echt nen schrägen Humor.“ Jetzt wo du’s sagst…

Zwei Jahre stand die Transportbox unberührt im Keller, Zeit sie an Menschen weiter zu geben, die für sie mehr Verwendung haben!