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Nachos Leiden, Tag 15

Theoretisch wären sie dann vorbei, die Leiden. Am späten Nachmittag ging es zum Onkel Doktor, auf dem Weg dahin eine weitere Bestätigung, dass Nacho die Hunde, die er vorher nicht mochte, jetzt scheinbar noch weniger mag. Ein bekanntes und nicht auf der Freundesliste stehendes Bulli-Pärchen bekam die volle Dröhnung seines „Meine Straßenseite“ Geknurre ab. Beim Vet der Albtraum, ein mit Hunden belegtes Wartezimmer. Gegenüber: ein freundlicher Labrador, Nacho trotzdem nicht in der Stimmung, neue Freunde zu machen. Leises Knurren. Die Mädels zu seiner linken mochte er schon eher. Im Behandlungszimmer war er ganz der Trooper, hilfeiche Hände hielten seine Pfötchen, ich seinen Kopf, so dass der Doc die Fäden knipsen konnte. Keinerlei Murren. Sehr brav. Wieder zuhause nahm ich ihm den Trichter von der Rübe und Nacho tat, was er in den letzten zwei Wochen nicht konnte: sich Kopf voran ins Sofa buddeln, die Ohren kraulen und anschließend mit dem Ikea-Stoffball in der Schnauze über den Rasen rennen.

So weit, so gut. Blöderweise entdeckte er nach dem Abendbrot das an seinem Säckchen klebende getrocknete Blut. „Das gehört da nicht hin!“, also schleckt er in einer Tour daran rum, vermutlich bis er den letzten Krümel entfernt hat. Das kann dauern.