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Nachos Leiden, Tag 5

Da die letzten drei Nächte nur kurz und von längeren Wachphasen geprägt waren, übermannte mich in dieser Nacht ein recht tiefer Schlaf, so dass ich Nachos nächtliche Genervtheiten kaum mitbekam. Das Ergebnis seiner Unruhe war ein blutiger Hodensack. Der obere Rand seines Trichters ist wohl mehrfach vehement gegen die nun leere aber geschwollene Bällchen-Tasche geschlagen und geraspelt. Wieder saß ich hier und verfluchte den vergangenen Montag. Hund gepackt, in eine Decke gewickelt und ab zum Tierarzt. Meiner Idee, vorher mit einem Waschlappen die blutige Region vorsichtig zu säubern, erteilte Nacho eine unmissverständliche Absage. Auch beim Doktor steckte er auf diese Weise seinen Claim ab, ließ jedoch eine Spritze mit kombinierter Infektions- und Schmerzabwehr über sich ergehen.

Der restliche Tag war nicht besser als die bisherigen. Er bewegte sich keinen Meter, machte kein großes Geschäft, pinkelte im Liegen und sich damit voll (eigentlich nötige Säuberung nur sehr rudimentär möglich, siehe oben), hat aber immer- und weiterhin guten Appetit. Nun liegt er auf dem Boden, zur Trichterabwehr in den Plaid „Gurli“ von Ikea eingewickelt, wie ein Baby. Morgen früh ein erneuter Termin beim Tierarzt, eine weitere Spritze und Schmerztabletten wurden versprochen.