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#ESC2016 – Teil 3: Armenien, San Marino, Russland

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Es gibt in jedem Jahr diesen einen Beitrag, der von überall gefeiert wird, zu dem mir persönlich aber (frei nach Hape Kerkerling) der intellektuelle Zugang fehlt. Die Ehre in Stockholm diesen Song zu präsentieren hat Iveta Mukuchyan für Armenien, „Love Wave“ heißt ihr Beitrag, der für mich aus schlicht zu vielen Versatzstücken zusammengekleistert wurde, um am Ende aufzugehen. Ich sehe das Ding nicht mal im Finale, aber was weiß ich schon. Werd halt langsam auch alt.

Freunde der Sonne! So klingt es also, wenn Ralph Siegel nicht mehr für San Marino die Kohlen aus dem Keller holt. „I didn’t know“ heißt der Titel, den Serhat…nunja, sagen wir halt mal „singt“. In den heutigen Zeiten, in denen die meisten Länder mit perfekt durchkonstruierten Liedern (siehe Russland) an den Start gehen, tut so ein wenig an alte Grand Prix Zeiten erinnernder Trash fast schon ein bisschen gut. Aber auch nur fast. Wird entweder auf dem letzten oder vorletzten (siehe Montenegro) Platz im ersten Halbinale landen.

Der Sieger der Buchmacher. Ob es für die Herzen der Zuschauer auch reichen wird ? Sergey Lazarev bringt mit „You’re the only one“ den mit weitem Abstand perfektest zusammengedübelten ESC-Song des Jahres auf die Bühne. Da fehlt nichts: elektronisch modern genug, Trommeln, Streicher, kurzer Aussetzer der Musik, vermutlich eine makellose Choreographie unter Einbindung der LED-Bühne, Flammen, Zauber, etc. pp. Der Song geht ins Ohr, Sergey ins Auge, leider alles sehr gut gemacht. Wird außerhalb des Bewerbs vermutlich nie mehr gespielt werden, darf deswegen gerne den zweiten Platz Russlands von Polina Gagarina in Wien wiederholen. Im Halbfinale mit weitem Abstand vorne.