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Impressionen der Star Wars Battlefront Beta

Vermutlich eine Falle !

In den vergangenen Tagen hat uns EA ein kleines Häppchen des kommenden Star Wars Battlefront als Beta antesten lasssen, und es war dem Vernehmen nach ein voller Erfolg. 9 Millionen Spieler haben sich durch die drei angebotenen Modi geblastert. Ich war einer davon, habe es sowohl auf der PS4 als auch auf dem PC (für mich immer noch ein ungewohntes Gefühl, aktuelles Spielgut wieder auf dem Rechenknecht geniessen zu können) installiert und bin sehr dankbar für diese Erfahrung, die mir einen Haufen Geld sparen wird.

Nie sahen Wüsten so schön aus

Das offensichtliche zuerst, optisch und akustisch macht das Spiel extrem was her. Die Skyboxes sind wunderhübsch, des öfteren blieb ich nach einem Respawn einfach stehen und betrachtete das Geschehen am Himmel, wo sich Sternenzerstörer und die Flotte der Rebellen Saures geben. Die Karten selbst sehen auch sehr gut aus, allerdings haben wir es in der Beta im Grunde mit einer braunen (Tatooine), einer weißen (Hoth) und einer dunkelgrauen (Sullust) Wüste zu tun. Klar, alles kultige Orte aus dem Star Wars Universum, gerne hätte ich allerdings ein wenig von deren Wiedererkennungswert für etwas interessantere und abwechslungsreichere Gefilde eingetauscht. Trotzdem treibt mir das Wissen, dass Mass Effect Andromeda in derselben Engine erstellt wird und potentiell exakt so hübsch werden könnte schon jetzt Freudentränen in die Augen.

Das Spielgeschehen selbst konnte da leider nicht mithalten, sorgte statt dessen bei mir recht zügig für Langweile. Im ersten von mir angespielten Multiplayer Modus Drop Zone kämpften Teams zu je sechs Spielern als Rebellen oder Stormtrooper darum, zu Erde donnernde Kapseln zu sichern. Zuerst am Ziel sein, dann Verteidigen bzw. das Gegenteil war das Stichwort. Beim Abfeuern der Blaster dann Ernüchterung. Zum einen scheint so ein Schießprügel problemlos von einer Seite der Karte bis zum anderen Ende zu reichen, ohne irgendetwas an Wumms oder Genauigkeit einzubüßen. Zum anderen ist Zielen kontraproduktiv, da es keinerlei Präzisionsvorteil mit sich bringt, man allerdings Zeit während des Zoomens verliert und während dessen eine hübsche und unbewegte Zielscheibe abgibt. Folglich rennt man wild aus der Hüfte schießend über die Karte, wird getroffen, spawnt irgendwo abseits der Action und läuft wieder durch die Gegend. Sehr, sehr ermüdend.

Da Battlefront über keine Kampagne verfügen wird, Dice aber scheinbar auch keinen reinen Multiplayer unter die Leute bringen wollte, gibt es eine Hand voll Szenarios, die man alleine durchspielen kann. Survival ist ein typischer Horde-Mode, es gilt immer größer und stärker werdende Wellen von Gegnern zu besiegen. Hier kommen die Schwachstellen des Gameplay, die mich gegen menschliche Gegner schnell alt und frustriert aussehen lassen, weniger zur Geltung, folglich hatte ich auf Tatooine noch den meisten Spaß mit der Beta.

Zu viel Blaster, zu wenig Lichtschwert

Schließlich gab es die große „20 vs. 20“ Schlacht auf Hoth, die Aufgabe der Rebellen ist es, zwei AT-AT zu Fall zu bringen, die der Imperialen Truppen eben dies zu verhindern. Hier blitzte ab und zu auf, welch großartige Möglichkeiten dieses Spiel haben könnte. Es gibt zahllose Power-Ups aufzusammeln, mittels derer man entweder einen Geschützturm, AT-ST, Tie-Fighter oder gar einen der Helden des Universums wie Luke Skywalker oder Darth Vader übernehmen kann. In diesen Momenten ist dieses Spiel klasse und verbreitet exakt den Charme, den ich mir von einem Star Wars Spiel erwarte. Star Wars heißt für mich Lichtschwerter, heißt die dunkle Seite der Macht zu erleben, mit Force-Kills als Jedi oder Sith die Welt auseinander zu nehmen. Es heißt für mich eben nicht als unbedeutender, nicht näher genannter Rebell oder Stormtrooper in einem Abnutzungskampf mit dem Blaster umherzuballern. Während ich Battlefront spiele, komme ich mir vor wie ein Teil der großartigen Kulisse der Haupthandlung, die etwas weiter hinken links stattfindet und von jemand anderem in einem anderen Spiel durchlebt wird.

Durch Destiny bin ich ein klein wenig auf den Geschmack in Sachen PvP gekommen, Star Wars Battlefront kann daraus aber leider keinerlei Nutzen ziehen. Das Kronjuwel der Beta, die Schlacht auf Hoth habe ich zweimal gespielt und während des dritten Matches aus purer Ödnis abgebrochen. Insofern bin ich EA sehr dankbar, die Beta gespielt haben zu können. Ohne diese Erfahrung hätte ich ziemlich vermutlich blind zugegriffen, nun kann ich das Geld beruhigt anders anlegen…und es ist eine ganze Menge Geld, denn EA hat natürlich einen Season Pass für das Spiel angekündigt, der mit nicht weniger als 50€ zu Buche schlägt. Danke, aber: Nein Danke !