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Life is strange, Episode 2: Out of time

Wow. So viel zur Frage, wie souverän Nathan Prescott damit umgeht, dass Max seinen kleinen Waffen-unterstützten Ausraster auf der Toilette gemeldet hat. Eine beschmierte Wand, ein Foto, auf dem der Kopf von Max mit ausgekratzten Augen neben einem skelettierten Tierschädel klebt. Schönen Dank auch, Psycho! Zusätzlich gab es noch eine SMS seines Vaters, ebenfalls drohend, die Familie in Ruhe zu lassen. Was für ein liebenswerter Haufen, die Prescotts. Ich fühle mich wirklich ein wenig unwohl.

Noch weniger gut in Ihrer Haut war es jedoch Kate zu Mute. Nach dem Besuch einer Party des ominösen Vortex-Clubs, deren Speerspitze aus dem fluffigen Duo Nathan und Victoria besteht, tauchte ein Video im Netz auf, welches die streng katholische Kate in streng unkatholischen Posen zeigt. Sie war am Boden zerstört, sich sicher, dass jemand sie unter Drogen gesetzt haben musste (Nathan ?) und Max tat ihr Bestes, Brände zu löschen. Ein Link zum Video, den Victoria auf dem Spiegel im Waschraum des Wohnheims hinterließ wurde natürlich ausradiert, die anderen Mädels dazu angehalten, den Link doch bitte ebenfalls nicht weiter zu verteilen. All dies half weniger als erhofft, am Ende des Tages stand Kate auf dem Dach des Wohnheims und sprang. Max gelang es noch, sie per Rückspultaste wieder zurück und nach oben zu befördern, dann allerdings war die Batterie ihres persönlichen Flux-Kompensators leer. So musste sie Kate ohne doppelten Boden davon zu überzeugen, ihrem Leben kein Ende zu setzen.

Ein mutiger Schachzug von Dontnod, die eine Spielmechanik, an der das gesamte Spiel aufgehängt ist, für den bislang ergreifendsten Moment der Serie aus dem Fenster zu werfen…jedenfalls theoretisch, es bleibt natürlich immer noch die Möglichkeit, bei schlechtem Verlauf den letzten Spielstand zu laden, der praktischerweise direkt vor dem Gespräch mit Kate liegt. Hier hätte ich mir fast gewünscht, dass es diese Art der Ausheblung des intendierten Freischwimmens nicht gäbe.