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Spieletagebuch: Die Macht ist so lala

Ein Gedankenblitz schoss mir heute morgen durch den Schädel: Da gibt es doch noch dieses andere Spiel von BioWare, dieses MMO im Star Wars Universum, welches ich mit meiner alten und klapprigen Kiste nie anspielen konnte. Zeit, das gründlich zu ändern, schließlich ist die ganze Angelegenheit „free to play“. Willkommen bei Star Wars: The Old Republic.

Gleich zu Beginn galt es weniger schwierige und kompliziertere Fragen zu beantworten. Natürlich bin ich (ganz Paragon) ein Jedi, aber welche Klasse ? Soldat ist mir praktisch überall zu langweilig, der Schmuggler sah sehr gut aus, aber wenn schon Star Wars, dann doch bitte auch Lichtschwert. Da mir die Weisheit aus allen Poren quillt (ähem) entschied mich für eine Jedi-Botschafterin. Drei Rassen standen zur Verfügung, mit Abo wären es ungleich mehr gewesen, aber es spricht ja nichts gegen einen menschelnden Avatar. Rote Haare, grüne Augen, fertig ist sie…und ab in den Kampf !

Ein Himmelreich für ein Gamepad !

…und mit Kampf meine ich weniger die überschaubar schweren Gegner zu Beginn, die sich unerklärlicher und dankenswerter Weise zu Hauf in mein Lichtschwert warfen, sondern meinen Kampf mit Maus und Tastatur. Grazil wie ein Nilpferd torkelte ich über den Schirm und es half nicht gerade, dass ein und dieselbe Maustaste für einen Angriff und das Ausnehmen gefallener Gegner zu benutzen ist. „Nein, ich möchte die Credits dieses Flesh Raiders momentan noch nicht haben, wichtiger wäre es mir schon, erst seinen noch sehr lebendigen und auf mich schießenden Kameraden zu erledigen. Ich hoffe, das macht jetzt nicht zu viele Umstände ?“ Argh!

Trotz meiner unbeholfenen Hangelei kämpfte ich mich erfolgreich durch die ersten Missionen und ständig re-spawnende Gegner, mein vielleicht größter Groll den MMOs gegenüber. Ja, ich verstehe, dass ich nicht alleine durch die Welt streife und die Gegner für alle und deswegen ständig da sein müssen. Ja, ich finde es trotzdem blöd, einen Trupp Flesh Raider zu erledigen, mich zweimal umzudrehen und sie dann wieder vor mir zu sehen. Destiny maskiert all dies noch einigermaßen brauchbar, indem es die Gegner aus Höhlen kommen oder per Dropship einfliegen lässt. In SWTOR gibt es dererlei Mätzchen nicht. Um mal ein geflügeltes Wort aus der Spielentwicklung einzuwerfen: Ich finde so etwas leider sehr „immersion breaking“. Ist aber natürlich nur mein Problem.

Insgesamt macht mein Ausflug auf den Planeten Tython durchaus Spaß und ich bin sehr dankbar, dass ich das Spiel „für umsonst“ antesten konnte. Ein Abo ist es mit ehrlich gesagt eher nicht wert, dazu werde ich es schlicht nicht häufig genug spielen.