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Spieletagebuch – Fünf Tage Hölle

„In modern war…you will die like a dog for no good reason.“

Mit diesem gestauchten Zitat von Ernest Hemingway begrüsst mich This war of mine und es dünkt mich, dass dies ein schrecklich depressives Spielerlebnis werden wird.

Die Kunst zu überleben…ich gestehe, dass ich in Spielen wie diesem ganz fürchterlich und grauenhaft schlecht bin, aus verschiedenen Gründen. Da wäre zunächst, dass ich es mit unglaublicher Präzision vermag die exakt falsche Entscheidung an der richtigen Stelle zu treffen. Bett oder Ofen bauen ? Material für Waffen oder doch lieber Holz während des nächtlichen Beutezugs in den Rucksack ? Tu das Gegenteil dessen, zu dem ich mich durchringe und deine Chancen aufs Überleben steigen rapide. Des weiteren bin ich ein unglaublich gutgläubiger Idiot, der natürlich zwei kleinen Kindern, die mir die herzzerreißende Geschichte ihrer sterbenskranken Mutter erzählen, selbstredend die gerade erst in der letzten Nacht ergatterte Medizin mit auf den Heimweg gebe.

Zu meiner großen Überraschung erreichen meine drei bemitleidenswerten Helden Katia, Bruno und Pavle dennoch den fünften Tag ihres Martyriums. Betten zu bauen war nicht ganz falsch, der Ofen tut mittlerweile auch seinen Dienst, Bücher und das Radio sorgen für Abwechslung und Informationen aus der grauen Welt außerhalb des eigenen Heims. Zweimal wurde ich des Nachts ausgeraubt, in der letzten Nacht ging auf diesem Wege etwas Wasser perdu. Pazifist zu sein ist in Zeiten wie diesen ein eher theoretisches und scheinbar nicht sehr praktikables Konzept. Sieht so aus, als müsste ich, und sei es nur zur Abschreckung, doch den einen oder anderen Schießprügel basteln.

Tag 6 ist angebrochen, der Hunger ist groß und ob des fehlenden Wassers muss Rohkost den Magen füllen. Viel zu tun gibt es nicht, hoffentlich entscheide ich mich für das richtige Ziel für den nächsten Beutezug in der kommenden Nacht. Bruno ist an der Reihe, er hatte bisher immer ein glückliches Händchen…