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Spieletagebuch: This war of mine, Tag 9

Katia ist deprimiert, Pavle ist deprimiert, mir geht es auch nicht anders, wir drei spüren, wie sich unser Magen mangels Alternativen bald selbst zum Hauptgang erklärt. Es sah so gut aus, die letzten drei Nächte waren reich an Beute, mehr Material zum Bauen als Essen, aber selbst dies reichte um nicht zu verhungern. Ein Regensammler wurde gebaut, endlich die Möglichkeit Wasser auf Beutezügen links liegen lassen zu können, Gemüse als gekochte Suppe essen zu können. Die Werkbank erfuhr ein Upgrade, ebnete den Weg unser Heim sicherer zu machen, vor Wind, Wetter und unliebsamen Mitmenschen. Nächster Punkt auf der Liste war eine Falle für Kleintiere. Ein wenig Fleisch auf dem Speiseplan, und sei es nur von der in diesen Zeiten bestens gedeihenden Rattenpopulation.

…war. An Tag 8 klopfte es an der Tür, ein zerrissener Mensch, Roman sein Name bat um Unterschlupf. Kein Platz für ihn anderswo. Bei uns ? Meint er es gut mit uns oder finden wir uns am nächsten Morgen ausgeraubt wieder ? Ist es die Gefahr wert ? Mit ihm sind wir mehr, stärker, brauchen allerdings auch mehr Nahrung. Können, dürfen wir ihn wegschicken ? Wir stecken die Köpfe zusammen, beraten kurz, bieten Roman dann einen Platz in der Gruppe. Er ist erleichtert, bietet sich an, besteht darauf in der kommenden Nacht den Beutezug durchzuführen. In der alten Kirche soll es noch reichlich Material geben, Nahrung vielleicht. Er kennt sich dort aus, weiß um die Gefahr und wie sie zu umgehen ist. Es lohnt sich, sagt er. Er kommt nie wieder zurück. Der fliegende Händler, der dann und wann und am nächsten Vormittag zu Tauschgeschäften bereit ist, erzählt von Schüssen in der Kirche, Roman ist wohl tot.

Die Ausweglosigkeit der Lage wird zum ersten mal in voller Wucht klar. Wir werden dies alles nicht überleben. Unsere letzten Lebensmittel haben wir verbraucht, und alleine der Gedanke an den Gedanken, dass Romans Tod zwar erschütternd und schrecklich ist aber eventuell weniger schwer wiegt als eine Nacht ohne Beutezug, ohne ist so unsäglich, dass ich ihn für mich behalte. Katia braucht Zuspruch, Pavle beschäftigt sich mit der Werkbank. Dunkle Zeiten, wie brauchen ein wenig Licht.