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The Division – Eindrücke der Beta

Vermutlich gibt es momentan kaum ein Spiel, welches einen ähnlich voll besetzten Hype Train zu bieten hat wie Tom Clancy’s The Division. Für mich persönlich war es ein klein wenig vom Radar verschwunden, es machte auf mich den Eindruck eines mehr oder minder zwangsläufig in Gesellschaft zu spielenden Titels. Am vergangenen Wochenende habe ich mich in die Beta des Spiels geworfen und musste zu meinem Erschrecken feststellen, dass ich vom Gebotenen sehr angetan war.

Das offensichtliche zuerst: Das Spiel sieht wirklich sehr hübsch aus. Zwar ist bei weitem nicht mehr der Grad an Details auf dem Schirm, wie er in der 2013er E3 Präsentation zu sehen war (gutes Vergleichsvideo dazu von Eurogamer), das dystopisch in aller Hektik vereinsamte New York macht aber immer noch einen sehr liebevoll gestalteten Eindruck. Das Spiel lief sowohl auf der Xbox One als auch auf meinem Rechner weitestgehend problemlos. Letzter bot mir die Detailstufe „mittel“ an, auf der ich es auch beließ, da das Geschehen zu Beginn trotz der von FRAPS angezeigten 60fps unerklärlich ruckelig aussah. Ganz merkwürdig. Nach ein paar Minuten, als es an die Befreiung meines kommenden Hauptquartiers ging, fror das Geschehen gar zeitweilig ein. In den darauf folgenden 2 Stunden Spielzeit war von dererlei Problemen dann nichts mehr zu sehen, volle Konzentration also auf das Gameplay.

Die beiden Story-Missionen, die in der Beta spielbar waren, boten spielerisch zwar Ähnliches (Gehe von A nach B, erledige unterwegs alles, was dich nicht mag, besiege den Endboss), hatten aber trotzdem einen brauchbaren Unterhaltungsgrad und durchaus abwechslungsreiche Gegner. Einem Bösewicht mit Flammenwerfer und Benzinkanister auf dem Rücken selbigen löchrig zu schießen und auf die Explosion zu warten wird beispielsweise einfach nie alt. Erfreulicherweise waren beide Missionen auch problemlos als einsamer Wolf lösbar. Lediglich an einer Stelle wurde deutlich, dass Gesellschaft günstig wäre. Es galt, einen Gegenstand zum Ziel zu tragen und sich gleichzeitig immer neuen Wellen von Gegnern zu erwehren. Teamplay würde hier sicherlich etwas Zeit sparen. Die von mir erlebten Nebenmissionen boten das einfache Ausschalten lästiger Gegnerrudel sowie die nette Aufgabe, in einem kontaminiertem Haus innerhalb eines Zeitlimits mehrere Sensoren zu finden und einzuschalten.

Die RPG Elemente des Spiel dürften auch längerfristig motivieren. Die eigene Ausrüstung kann durch gefundene und erbeutete Waffen oder Kleidungsstücke verbessert werden, welche jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile mitbringen. Das Aufmöbeln des Hauptquartiers geschieht über Missionen und schaltet, so weit ich das erahne, nette Fähigkeiten meines Helden frei. Es scheint mir da durchaus Sinn zu machen, mehrere Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten hochzuzüchten, um in eventuellen Multiplayerspielen immer eine passende Persona am Start zu haben.

Insgesamt bleibt bei mir ein durchgehend positiver Eindruck. Das dystopische Szenario und die Möglichkeit, die Stadt als „I am Legend“ zu durchstreifen und mich dabei den Ubisoft’schen Collect-a-thons hinzugeben, um meine Ausrüstung Schritt für Schritt zu verbessern und das Hauptquartier auszubauen, finde ich zur entspannten Abendunterhaltung sehr verlockend. Bleibt die ewige Frage: Konsole oder Master Race…